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23.02.2018

Fehlgeburt – ein Tabuthema und wie emotionSync helfen

Eine Buchrezension von Dr. Claudia Beate Wilimzig 
Funk, Miriam (2017). Tabuthema Fehlgeburt. Mabuse-Verlag.

Wie auch Suizid stellen Fehlgeburten ein Tabuthema dar. Es gibt zwar ein Wort für Kinder, die ihre Eltern verloren haben, nicht aber für Eltern die ihre Kinder (vorgeburtlich oder nachgeburtlich) verloren haben. Angehörige, Pflegepersonal und das gesamte soziale Umfeld sind häufig überfordert und wissen nicht, wie sie mit Betroffenen umgehen sollen. Die Eltern selbst sind im Verlust gefangen. Die Antwort ist häufig verlegenes Schweigen auf der einen Seite und stille Verzweiflung auf der anderen.
 
Das Buch bietet einen Lichtblick im Umfeld des Schweigens und füllt eine Marktlücke. Es klärt zunächst die medizinischem Fakten und Hintergründe auf. Dies bietet dem sozialen Umfeld die Möglichkeit den Vorgang zu verstehen. Betroffenen, die häufig ungenügend aufgeklärt werden, hilft es zu verstehen, was mit ihrem Körper geschieht und was wie und warum passiert ist sowie es einzuordnen. Es mag zynisch klingen, aber manchmal kann es auch hilfreich sein, wie sehr man doch einer von vielen ist. Die Autorin hat mit über 400 Frauen eine solide wissenschaftliche Basis für ihr Buch geschaffen und viele mit Originalzitaten zu Wort kommen lassen, wodurch sich viele Betroffene angesprochen finden dürften. Zudem gibt sie ganz pragmatische Hilfe für Zeremonien, die bei der Trauerverarbeitung helfen können und juristisch möglich sind: Eintrag ins Geburtenregister, Sternenkinderfriedhof und vieles mehr. Für andere Todesfälle gibt es Rituale, die unsere Gesellschaft pflegt – bei Fehlgeburten kommt erst langsam die Einsicht, dass auch diese wichtig sind.
 
Das Buch enthält viele Anstöße, wie das verlegene Schweigen durchbrochen werden kann und regt so an Licht in den Mantel des Dunklen zu bringen. Es betont auch die Rolle und Verzweiflung der Ehepartner. Bei Fehlgeburt denkt man an die Rolle der Frau – der Partner wird häufig nicht beachtet. Dabei hat er häufig eine Doppelbelastung – auch er trauert und gleichzeitig fühlt er sich verpflichtet und es wird von ihm erwartet der Frau zu helfen. Auch für diesen bietet das Buch viele Anregungen und Hilfestellungen.
 
Kurzum, ein Ratgeber für viele, Betroffene, Angehörige, professionelle Helfer (auch diese sind häufig hilflos, da dieses Tabuthema in der Ausbildung zu wenig oder gar nicht gelehrt wird) und das soziale Umfeld allgemein.
 
Ein paar Worte zu den psychischen Folgen. Dass Betroffene leiden und sich überlegen sollten, psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wird im Buch nicht totgeschwiegen.
Es gibt aber durchaus typische Gedankenmuster, die bei den meisten Frauen entstehen:
„Ich bin schuld“ (die Frau fühlt sich schuldig)
„Ich habe etwas falschgemacht“ (verbunden mit Schuldgefühlen, das Gefühl, wenn man sich anders verhalten hätte, wäre das nicht passiert)
„Ich werde bestraft“ (das Gefühl büßen zu müssen)
oder ähnliches – Formulierungen gibt es genug und für jede Betroffene muss herausgefunden werden, welches die beste bzw. schlimmste Formulierung ist. Warum? Solche „Glaubenssätze“ sind limitierend und hemmen unter Umständen in verschiedenen Umfeldern (privat, beruflich ...) auch wenn die erste Trauer unterbrochen ist. Sie haben also eine allumfassende Wirkung. Die gute Nachricht ist – sind erst einmal die „korrekten“ Formulierungen herausgefunden, gibt es hocheffiziente, moderne Methoden, sie zu löschen. Dies eröffnet völlig neue Handlungsoptionen und Behandlungsmöglichkeiten und Möglichkeiten zur Trauerarbeit.
Eine solche Methode stellt emotionSync dar. Weitere Infos unter:
https://www.emotionsync.de
Für Trauerbearbeitung am Beispiel von Suizid siehe:
https://www.youtube.com/watch?v=J4N2n4zGD-o



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